Pfarre Mariahilf - Liturgie & Caritas/Wallfahrt








Wallfahrten zum Gnadenbild von Mariahilf


350 Jahre Gnadenbild in Mariahilf

Im Jahre 1660 brachte der Barnabitenpater Don Cölestin Joanelli das Mariahilf-Bild zur öffentlichen Verehrung in die Kapelle beim Mariahilfer Friedhof. Es handelt sich um eine Kopie nach dem von Lukas Cranach gemalten Bild, welches sich heute im Dom von Innsbruck befindet. Die Menschen von Wien kamen gerne und zahlreich, um vor dem wundertätigen Mutter-Gottes-Bild zu beten, sodass eine größere Kapelle und später an ihrer Stelle die Mariahilfer Kirche errichtet wurden.
Die Pfarre Mariahilf hat dieses Jubiläum mit einer Festwoche zwischen 10. und 17. Oktober 2010 gefeiert, in der es zahlreiche interessante Veranstaltungen geben hat:
Sonntag 10. Oktober 2010 10:00 h: Firmung der Jugendlichen des Pfarrverbandes durch Weihbischof Stephan Turnovszky.

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Mittwoch, 13. Oktober 2010 18:30 h: Wallfahrtstag mit Bischofsvikar Karl Rühringer.
350 Jahre Mariahilf Karl Rühringer 2010
Samstag, 16. Oktober 2010 17:00 h Wallfahrt von St. Stephan nach Mariahilf, 18:30 h hl. Messe mit Generalvikar Franz Schuster; musikalisch gestaltet vom Vokalensemble Mariahilf.
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Sonntag, 17. Oktober 2010 10:00 h: Festmesse mit Kardinal Christoph Schönborn, der Mariahilfer Kirchenchor mit Orchester unter der Leitung von Francois-Pierre Descamps sang die Krönungsmesse von W.A.Mozart. Bei der anschließenden Agape im Salvatorsaal konnten alle ein Stück der Jubiläumstorte probieren.
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Es wurde eine Festschrift, die über alle wichtigen Einzelheiten zum Gnadenbild und dem Entstehen und der Entwicklung dieser Wallfahrtsstätte Mariahilf in Wien Auskunft gibt, heraus gebracht. Diese ist in der Pfarrkanzlei erhältlich.



"Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern ..." (Ps 122,1b)

Das Wallfahren (lat. peregrinatio religiosa; fahren, unterwegs sein), oder Pilgern, gehört zu den uralten Ausdrucksformen religiösen Lebens, die sich in unserer Zeit vielfach wieder steigender Beliebtheit erfreuen.

Eine Wallfahrt ist eine traditionelle Reise, um ein heiliges Gebot zu erfüllen oder zum Zweck des Besuches einer bestimmten Pilgerstätte mit religiöser Bedeutung. Sie wird auch als Pilgerreise, Pilgerfahrt oder Betfahrt bezeichnet.
Das Wallfahren geht zurück auf den alten Glauben, dass die übernatürlichen Mächte ihre Kraft an bestimmten Orten besonders stark entfalten. Im Islam ist dies der Ort Mekka, die Geburtsstadt des Propheten. Im Hinduismus ist es Benares am Ganges. Für Buddhisten und Christen sind es die Schlüsselstationen im Leben des Gautama Buddha oder Jesu Christi.
Eine Wallfahrt war und ist immer auch ein soziales Ereignis; sie führt zu Begegnungen und Austausch zwischen Gläubigen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten.


Wallfahrten zum Mariahilfer Gnadenbild damals

Das von dem Barnabitenmönch Don Cölestin Joanelli gestiftete Gnadenbild "Mariahülf" in der 1660 geweihten Friedhofskapelle außerhalb von Wien wurde bald das Ziel vieler Wallfahrer aus Wien und Umgebung, sodass aus der hölzernen Friedhofskapelle zuerst eine steinerne Kapelle und später in mehreren Phasen die heutige Kirche gebaut wurde.
1733 empfingen 97.692 Personen die heilige Kommunion in Mariahilf; es wurden ca. 20.000 Heilige Messen gefeiert. Diese Zahlen nur um ein Gefühl für die Intensität des Wallfahrtswesens zu erhalten.
Auch Kaiserin Maria Theresia pilgerte nach Mariahilf, um die Gottesmutter um ihre Fürsprache zu bitten. Die Chronik berichtet, dass Maria Theresia während der 3 heiligen Messen, denen sie hier aufeinander folgend beiwohnte, eine viertel Stunde am Boden liegend betete und weinte.
Diese und andere historisch bemerkenswerte Dokumentationen finden sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in der "Akta" der Pfarre Mariahilf, nachzulesen in unserer Bibliothek.
In den Jahren 1805, 1809 und 1813, während des napoleonischen Krieges, fanden gewaltige Staatsprozessionen mit bis zu 90.000 Teilnehmern nach Mariahilf statt.
Viele Wiener Vorstadt- und Vorortgemeinden pilgerten Jahrhunderte lang alljährlich hierher, um zu beten, ihre Anliegen zu Maria zu tragen und unter bestimmten, genau festgelegten Bedingungen einen vollkommenen Ablass zu erhalten.
1760 feierte man das 100jährige Jubiläum, 1860 den 200. Gedenktag der Aufstellung des Gnadenbildes, 1910 die 250-Jahrfeier und 1960 die 300. Wiederkehr dieses Ereignisses; es fanden jeweils tagelang dauernde Feierlichkeiten statt, die, wie die Chronik berichtet, besonders in den Jahren 1760 und 1860 nicht nur religiöse Inhalte hatten, sondern auch weltliche Feste waren.
Einige Pfarren Wiens und Niederösterreichs kommen noch heute alljährlich zum Gnadenbild "wallfahren". Dazu zählt eine Gruppe Stammersdorfer, die wir jedes Jahr am 4. Mai in unserer Pfarrkirche begrüßen dürfen.

Letztendlich führten all diese Gegebenheiten und Ereignisse dazu, dass bis heute der 6. Wiener Gemeindebezirk "Mariahilf" und die wahrscheinlich größte Einkaufsstraße Wiens "Mariahilfer Straße" heißt.


Wallfahrten zum Mariahilfer Gnadenbild heute

In der heutigen Zeit ist die Wallfahrtskirche mitten im belebten Geschäftszentrum Wiens eine Herausforderung, ein Ort der Sammlung und Stille. Unsere Gesellschaft ist geprägt vom Dreiklang: Kaufen - Gebrauchen - Wegwerfen.
Hier aber gilt ein anderer Maßstab: Beten - Erhörtwerden - Danken.

Die über 300 Jahre alte Wallfahrtstradition wird weiterhin in der Mariahilfer Kirche gepflegt: Am 13. jedes Monats laden wir zum Wallfahrtstag ein: Dieser beginnt mit dem gemeinsamen Rosenkranzgebet und der Lichterprozession, an die sich dann die heilige Messe anschließt.

Programm:
17:00 Uhr: Beichtgelegenheit
18:00 Uhr Rosenkranz mit Lichterprozession
18:30 Uhr: feierliche hl. Messe zelebriert von einem Gastpriester mit Predigt zu einem marianischen Thema.
19:30 Uhr: Agape im Pfarrhof

Eine besondere Freude war es, als Kardinal Christoph Schönborn den Wallfahrtsgottesdienst im September 2001 mit uns in Mariahilf feierte.

Die Namen der aktuellen Gastpriester zum Wallfahrtstag entnehmen Sie bitte dem Terminkalender.
Pilgergruppen sind das ganze Jahr über herzlich willkommen. Wir bitten um telefonische Voranmeldung in der Pfarrkanzlei.


Wallfahrt von St. Stephan nach Mariahilf

Jedes Jahres wird an einem Samstag im Herbst in Erinnerung an die wunderbare Rückführung des Gnadenbildes nach der 2. Türkenbelagerung 1689 die Wallfahrt von St. Stephan nach Mariahilf begangen.
16:45 Uhr: Treffpunkt beim Altar Maria in der Sonne im Stephansdom
17:00 Uhr: Prozession nach Mariahilf: Der Zug bewegt sich über Graben und Kohlmarkt, durch die Burg zum Messepalast, dann über die Mariahilfer Straße zur Wallfahrtskirche Mariahilf.
An 3 Stationen wird Halt gemacht zum Gebet: Bei der Michaeler Kirche, beim Katholikenkreuz am Heldenplatz und bei der Kirche St. Josef ob der Laimgrube in der Windmühlgasse.
18:30 Uhr: Hl. Messe in der Mariahilfer Kirche, anschließend Agape im Pfarrhof

Den aktuellen Termin für die Wallfahrt von St. Stephan nach Mariahilf entnehmen Sie bitte dem Terminkalender.

Wir ziehen freudig zu Dir hin
Nach Maria=Hilf, o Königin
Zu deinem Gnadenthrone.
Erwirk’ uns Mutter Gottes Huld
Für alle unsere Sündenschuld
Bei Jesu Deinem Sohne.

Aus: Das 200-jährige Jubiläum von Maria=Hilf zu Wien 1860

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