Kirchenmusik in Mariahilf

Auch die Kirchenmusik in Mariahilf zeugt von einem starken und beinahe unĂŒberschaubar vielfĂ€ltigen Gemeindeleben. Von den gregorianischen GesĂ€ngen der Trauermetten in der Karwoche spannt sich ein großer Bogen zu den allmonatlichen Gestaltungen der bewundernswert tĂŒchtigen Band bei den Familienmessen, von den großen Messen der Wiener Klassiker, die in dieser Kirche ein gewisses Stammrecht haben, bis zu den doppelchörigen Motetten aus Venedig der Osternacht, von den Gospels und Songs der Happy Angels (Leitung: P. Mag. Andreas Kunkel CSMA), von den UrauffĂŒhrungen eigens fĂŒr Mariahilf geschriebener Werke (in den letzten Jahren etwa von Mag. Paul Koutnik, Mag. Akos Banlaky und Jury Everhartz) bis zur Heimatmusik, war und ist im Rahmen der Gottesdienste zu erleben, wie vielfĂ€ltig das Leben in und die Menschen von Mariahilf sind. Das RĂŒckgrat des musikalischen Treibens ist nach wie vor der wöchentliche Orgeldienst, den die drei Bewohner des Orgelbalkons mit Freude und Engagement leisten.


Orgel

Da ist zunĂ€chst die Orgel selbst, eine entzĂŒckende alte Dame im jugendlichen Gewande, schön geschmĂŒckt wie eine Braut und gekrönt von einer 13 Zentner schweren, stillstehenden Uhr, auf der ein wild gewordener Seraph die Pauke schlĂ€gt. Gottfried Sonnholz errichtete 1729 die erste Orgel auf diesem Balkon, von der sich aber nichts erhalten hat. 1763 kam es zu einem völligen Neubau durch den weit bekannteren Orgelbauer Johann Hencke. Das damals (vermutlich vom Bildhauer Johann Leitner) errichtete GehĂ€use ist noch heute zu bestaunen. Das Innere des heutigen Instrumentes stammt teilweise von Carl Hesse, zum Großteil aber von Johann M. Kauffmann, der 1894 ein großes Werk im Sinne der spĂ€ten Romantik mit insgesamt 24 eher gedeckt, wohlproportioniert dunkel klingenden Registern schuf. Möglicherweise hat er 24 Pfeifen aus der Hencke-Orgel ĂŒbernommen, bis heute hat sie aber niemand ausfindig machen können. Der Prospekt mit 97 klingenden und 48 blinden Pfeifen, die Windladen, das doppelfaltige MagazingeblĂ€se, der Spieltisch und alles Pfeifenwerk sowie die Mechanik sind ein echtes Kauffmann-Werk. 1985 wurde die Orgel ĂŒberholt, 1996 von der Firma Walcker-Mayer um ATS 1,3 Millionen generalsaniert, und sie ist seither in einem guten Zustand. Die letzte grĂŒndliche Reinigung erfolgte 2004.

Dass dieses Instrument sonntags und zu allen heiligen Zeiten die liturgischen Verrichtungen der Gemeinde prachtvoll verschönert, ist das Verdienst von Mag. Martin Nowak, M.Ed. Richard Pirolt und Jury Everhartz, die darauf seit 2002 in Liturgie und Konzert ehrenamtlich spielen. Martin

Chor Die Hauptlast der großen AuffĂŒhrungen des klassischen Repertoires trĂ€gt der engagierte und tatkrĂ€ftige Kirchenmusikverein Mariahilf unter der Leitung des geschĂ€ftsfĂŒhrenden Obmanns Prof. Mag. Peter Halbgebauer. Das HerzstĂŒck des Vereins bildet der Kirchenchor. Dieser ist nicht nur eine Singgemeinschaft, sondern ein Zusammenschluss von sangesfreudigen Mitgliedern aus allen Teilen Wiens und Umgebung, die sich eng im Gebet mit der Gnadenmutter von Mariahilf verbunden fĂŒhlen. Derzeit sind es ca. 40 SĂ€ngerinnen und SĂ€nger, die, dem alten Grundprinzip der Kirchenmusik folgend, zur höheren Ehre Gottes musizieren. Fabelhafte Dirigenten konnten fĂŒr die gemeinsame Arbeit gewonnen werden, wie z.B. Carlos Calmar, Dr. Elmo Cosentini, Lluis Vilar y Casanas, Mag. Erzsebet Windhager-GerĂ©d und jetzt Mag. François-Pierre Descamps.

In den letzten zehn Jahren gestaltete der Kirchenchor Mariahilf unter seiner Leitung etliche HochĂ€mter in der Mariahilfer Kirche, unter anderem mit den großen Messen von Joseph Haydn, der Mariazeller, der Nelson-, Pauken-, Theresien-, Nicolai- und Heiligmesse, der Chiemseemesse von Michael Haydn, der Waisenhaus-, Krönungs- und Spatzenmesse von Wolfgang Amadeus Mozart, den beiden kleinen Messen in B und G und den beiden großen in Es und As von Franz Schubert und der Messe in D von Antonin Dvorak. In bleibender Erinnerung sind die AuffĂŒhrungen der Requiemsvertonungen von Michael Haydn, Mozart und Gabriel FaurĂ©, ebenso wie die konzertanten AuffĂŒhrungen der Johannespassion von Heinrich SchĂŒtz. 2010 gelang die grandiose AuffĂŒhrung der Missa sacra op.147 von Robert Schumann, die in Österreich so gut wie nie zu hören ist. AnlĂ€sslich der 350-Jahrfeier des Gnadenbildes im Oktober 2010 wurde die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus dargebracht.

Vokalensemble  2011 Vokalensemble  2011

Als Komplement zur Arbeit des Kirchenchores grĂŒndeten Mag. Martin Nowak und Jury Everhartz 2002 das Vokalensemble Mariahilf, das mit viel Idealismus vor allem an den hohen Feiertagen des Kirchenjahres die Gottesdienste festlich gestaltet. Seither kann es auch auf eine beeindruckende Liste gelungener AuffĂŒhrungen zurĂŒckblicken: neben unzĂ€hligen Motetten und Chorwerken, etwa der fĂŒnfstimmigen Messe von William Byrd, der Weihnachtsmesse von Marc-Antoine Charpentier, der Missa Dies mei sicut umbra von Johann Joseph Fux, der Jugend-, Nikolai- und der kleinen Orgelsolomesse von Joseph Haydn und der Orgelsolomesse von Wolfgang Amadeus Mozart, der Messe in G von Franz Schubert, der Messe Nr. 2 in G von Ignaz Reimann und – last not least – der UrauffĂŒhrung der Mariahilfer Messe von Mag. Paul Koutnik.

Auftritte und Besuche vieler Gastchöre, vor allem des sehr gern gesehenen Kirchenchores der Schwesterpfarre St. Joseph ob der Laimgrube unter der Leitung von Gebhard Chalupsky und der vielgeschÀtzten Kantorei St. Nicolai unter Mag. Michael Wieltschnig ergÀnzen die Arbeit der vielen Kirchenmusiker

Jury Everhartz

Einen Überblick ĂŒber die musikalischen Ereignisse im Pfarrverband finden sie in unserem Musik Flyer (als PDF hier Klicken!).

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